Programmpunkt:
Gesamtstrategie norddeutsche Häfen
Was wir wollen
Wettbewerb belebt bekanntlich das Geschäft. Doch manchmal führt er auch zu Entscheidungen, die viel zerstören und Probleme bereiten, welche oft von der Gesellschaft getragen werden müssen. Im Fall des Hamburger Hafens ist es der überhitzte Ehrgeiz, jedes noch so große Container- oder Passagierschiff aufnehmen zu können, um nur ja keine Aufträge z.B. an Rotterdam, Bremerhaven oder den Jade-Weser-Port "verlieren" zu müssen.
Und der von SPD und Grünen in Kauf genommene "alternativlose Kolateralschaden" ist die wahnwitzig teure Elbvertiefung, die in finanzieller Hinsicht ein Fass ohne Boden ist und der Natur Fluss abwärts nahezu den Stecker zieht. Für was genau eigentlich? Um dem Wettbewerb ein Schnippchen zu schlagen? Mehr Gewerbesteuer in Hamburg einzunehmen, die etwas später dann für die Schlickbeseitigung, kosmetische Ausgleichsprojekte oder auch den Länderfinanzausgleich Richtung Bremen drauf geht?
Zuletzt waren die hohen Kosten der Elbvertiefung nicht einmal von der erhofften Tonnage ansatzweise gedeckt, und damit wirtschaftlich ein Flop.
Wir möchten eine in Vergessenheit geratene Idee der gemeinsamen Bewirtschaftung des Schiffs-Güterverkehrs wiederbeleben und verbessern, um auf vielfache Weise Nutzen für Hamburg und seine Nachbarn zu generieren. In moderner Form und mit hochmodernen Technologien wird es zukunftsfähig für mindestens 50 Jahre sein.
- Der JWP übernimmt die Aufgabe, die heutigen und zukünftigen Groß-Containerschiffe und Kreuzfahrtschiffe mit großem Tiefgang abzufertigen
- Durch die geringeren Containerumschläge im Hamburger Hafen selbst werden Flächen frei, die moderne Lagerhallen für einen Logistik-Knotenpunkt aufnehmen können und sowohl Arbeitsplätze als auch Gewinne bringen.
- Zwischen JWP und dem Hamburger Logistik-Knotenpunkt wird eine mehrspurige Magnet-Schwebetrasse gebaut, mit welcher fahrerlos, leise und schnell überwiegend Güter transportiert werden.
- Diese Trasse soll, ähnlich wie damals der Transrapid, auf Stelzen gebaut werden, um folgende Vorteile zu ermöglichen:
- möglichst wenig Boden versiegeln
- Sicherheit gegen Hochwasser und Baumschäden, daher hohe Ausfallsicherheit
- Durch Modulbauweise schnell reparierbar und leicht instand zu halten
- Der Partner Niedersachsen profitiert von dem Gemeinschaftsprojekt durch die Transportgebühren
Warum wir das wollen
Die ÖDP strebt immer schon eine Gesellschaft an, die zusammenarbeitet damit es ALLEN gut geht.
Durch diese Arbeitsweise und Arbeitsteilung gewinnen alle, und auch die Natur, weil keine Elbvertiefung mehr notwendig sein wird.
Wir finden, dass Hamburg den Mut haben muss in der Zukunft ganz neue Wege zu gehen, statt permanent den eigenen Profit im Sinn zu haben und dies mit "Traditionen" zu verschleiern. Auch der oft zitierte "ehrbare Kaufmann", der angeblich in Hamburg zu Hause sein soll, muss sich weiterentwickeln und lernen zu teilen, um langfristig Sicherheit und Partnerschaften zu erhalten.
Hintergrundinformation:
Im Jahr 2001 führte der Regierungswechsel im Hamburger Rathaus unter Führung der CDU und der Schill-Partei dazu, dass ein Jahr später der Kooperationsvertrag mit Bremen und Niedersachsen einseitig von Hamburg aufgekündigt wurde. Der Vertrag sollte den Jade-Weser-Port (JWP) als Tiefwasserhafen möglich machen und sah eine gemeinsame Strategie vor, von der alle drei Partner langfristig profitieren sollten. Dem neuen Hamburger Senat genügte das jedoch nicht und wollte mehr Container im eigenen Hafen.
Man bedenke, dass in unserem Föderalstaat die reicheren Bundesländer die ärmeren unterstützen müssen! Vor diesem Hintergrund ist geschäftliche Konkurrenz ein Bumerang, von dem viele Wähler allerdings nichts mitbekommen.