Programmpunkt:
Massiver Umbau des Radwegenetzes
Was wir wollen
Das Fahrrad (und besonders jenes, das keinen Akku benötigt) ist im Stadtraum das IDEALE Fortbewegungsmittel. Nicht nur für die Radfahrer selbst ist es in drei Kategorien in seiner Wirkung für die Menschen unschlagbar, die wir weiter unten etwas genauer ausleuchten.
Das sicherlich größte Problem und Hemmnis ist die beklagenswerte Unfallstatistik, die vielen Toten und Schwerverletzten Radfahrer, deren Zahl in den letzten Jahren stetig zunimmt. Natürlich haben solche Unfälle viele Gründe, nicht nur die Zunahme von Radfahrern durch bequeme E-Bikes. Doch dieses Thema ist in mehrfacher Hinsicht existenziell für Hamburg, deshalb streben wir für Hamburg folgendes an:
- Ein ernsthafter, langfristig strategisch geplanter Umbau des Stadtverkehrs für einen Fahrradanteil am Individualverkehr von mindestens 50 %. Die Zielerreichung soll vor dem Jahr 2050 festgelegt werden.
- Steigerung der Sicherheit für Radfahrer durch diverse Maßnahmen
- Mediale Aufklärungs- und Bildungskampagne für erwachsene Radfahrer, da diese am häufigsten Opfer von Unfällen werden und sich der Gefahren teilweise nicht bewusst sind.
- Technische und bauliche Schutzmaßnahmen, z.B. bauliche Trennungen von Radstreifen, aber auch sensorgesteuerte Warn-Lichtstreifen im Fahrweg, welche die Aufmerksamkeit erhöhen können. Viele Unfälle passieren in Situationen, wenn Radfahrer z.B. durch Nutzung von Kopfhörern abgelenkt sind, oder durch technische Lärmunterdrückung akkustisch weniger wahrnehmen.
- Kennzeichenpflicht für Fahräder in Erwachsenengröße, um Verkehrsrüpel zur Verantwortung ziehen zu können und so einen Grund für gutes Verhalten zu liefern. Die Gesetze für die Sanktionierung sind scharf genug, sofern man die Delinquenten ermitteln kann.
- Weiterer Ausbau des StadtRAD Hamburg als Leihrad in öffentlicher Hand, speziell in die Randbezirke. Generell sollte es mehr StadtRAD Lastenräder geben und Leihstationen an jedem Bahnhof von S- oder U-Bahn, auch wenn es nicht überall wirtschaftlich ist.
- Programme zum Abbau von Gründen, nicht mit dem Rad zu fahren, wie
- Verschärfung der Strafen für Fahrraddiebstahl, was in der Praxis noch immer als "Bagatelldelikt" behandelt wird.
- Deutliche Verstärkung einer vorhandenen, oder Schaffung einer neuen Kriminalabteilung wirksamer Größe, welche sich auf organisierten Fahrraddiebstahl spezialisiert (hat). Hier muss auch die internationale Zusammenarbeit gestärkt werden, um diese Form der Kriminalität generell vollkommen unattraktiv zu machen.
- Bau von Überdachungen an innerstädtischen Hauptverkehrswegen für Radverkehr. Diese sollen vor Schlechtwetter schützen und entweder durch Begrünung oder mit Photovoltaikmodulen einen doppelten Nutzwert bringen.
Warum wir das wollen
Das nicht elektrifizierte Fahrrad zumindest punktet im Vergleich mit anderen Verkehrsmitteln ganz beträchtlich in folgenden Kategorien:
- Radfahren durch reine Muskelkraft ist eine Art der körperlichen Anstrengung, die ideal ist für das Herz-Kreislaufsystem, die Gelenke und die Wirbelsäule.
- Saubere Luft vorausgesetzt (was im Stadtverkehr leider NOCH nicht der Fall ist), wird auch die Lunge trainiert. Beides beugt massiv diversen Erkältungskrankheiten vor und stärkt generell die Abwehrkräfte. Regelmäßig mit dem Rad fahrende Mitarbeiter sind statistisch deutlich seltener krank, was einen spürbaren Wirtschaftsvorteil für den Arbeitgeber und den Staat bedeutet.
- Fahrräder benötigen sehr wenig Parkraum.
- Das Fahrrad trägt im Betrieb nicht zur Luftverschmutzung bei.
- Die Produktion eines klassischen Fahrrades ohne Elektroantrieb bewirkt nur sehr geringe klima- und umweltschädliche Emmissionen und kann prinzipiell extrem lange genutzt werden, verglichen mit Autos oder Motorrädern. Es ist fast endlos reparierbar, solange die Rahmenstruktur unversehrt ist.
- Das Fahrrad ist sehr gut recycelbar, nicht nur wegen seiner Materialien, sondern vor allem auch wegen der offenen Konstruktion und der damit leichten Demontage.
- Es ist ein fast perfektes Produkt im Sinne der Kreislaufwirtschaft.
- Fahrräder sind auch für Menschen erschwinglich, die nicht zu den wohlhabenden Mitbürgern gehören. So wird Mobilität, mindestens innerhalb einer Stadt, nicht zum Privileg höherer Einkommen.
Es gibt zu viele Gründe das Fahrrad zu fördern, als dass wir sie hier alle nennen wollen. Letztlich ist auch das E-Bike definitiv eine bessere Wahl als mit dem Auto zu fahren, allerdings sollte es auch hier korrigierende Eingriffe geben, um die Sicherheit der Nutzer zu erhöhen. Vorher jedoch ist die generelle Infrastruktur und die allgemeingültige Sicherheit aller Radfahrer von größter Wichtigkeit.
Alle werden profitieren von besserer Gesundheit, besserer Luft und weniger PKW in der Stadt, wenn es gut organisiert ist.
Und die ÖDP ist dafür genau die richtige politische Kraft, um dies konsequent und transparent umzusetzen.